Vom Kicker zum Stricker



Vom Kicker zum Stricker

Früher war bei Jochen Novodomsky vor allem Fußarbeit gefragt: Als Profi bei den Stuttgarter Kickers stehen für den energischen, aber stets fairen Verteidiger insgesamt 127 Punktspiele zu Buche – in der Regionalliga, der zweiten Liga und 34 davon in der Bundesliga. Er gehörte bei Spielen zum Team, die in den Annalen der Kickers tiefblau unterstrichen sind: Den spannenden drei Relegationsduellen in der Saison 1990/91 gegen den FC St. Pauli mit dem fantastischen Aufstieg in die Bundesliga oder dem legendären 4:1-Sieg im Olympiastadion gegen den FC Bayern München am 5. Oktober 1991. Sein einziges Bundesliga-Tor erzielte er ausgerechnet im Derby beim VfB – dass die Partie 1:3 verloren ging, Schwamm drüber.

 

Gründer von wolle4you.de

Heute ist bei Jochen Novodomsky Handarbeit angesagt: 1998 eröffnete er noch während seiner Fußballprofizeit „Die Stricknadel“ in Herrenberg und entwickelte das Geschäft zusammen mit seinem Team erfahrener Handarbeitsfachkräfte zu einem beliebten Anlaufpunkt für Freunde des Strickens, Stickens und Häkelns. Ganz aktuell gründete der gelernte Bankkaufmann den ONLINE-SHOP wolle4you.de und baut das Portal jetzt kontinuierlich aus. „Die ,Stricknadel' ist eines der führenden Handarbeitsfachgeschäfte im Kreis Böblingen und Großraum Stuttgart. Wir freuen uns über einen sehr großen Kundenkreis, den wir mit unserem ONLINESHOP wolle4you.de nochmals erweitern wollen. Dabei legen wir viel Wert darauf, unsere Artikel schnell, zuverlässig und kundenorientiert zu verschicken“, sagt Novodomsky.

 

Vom Kicker zum Wollhändler – wo ist die Verbindung?

 

Mit Spaß und Leidenschaft dabei

Es gibt nicht nur eine. Es gibt ganz viele. „In erster Linie muss man Interesse und Spaß an dem haben, was man macht“, sagt Novodomsky, „Fußball war schon als Kind meine große Leidenschaft – und daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Aber auch das Thema „Wolle“ prägte Novodomsky bereits in der Kindheit: Warum also nicht auch da ein Hobby zum Nebenberuf machen, dachte sich der 46-jährige „In der Grundschule hatten wir das Fach Handarbeiten – und Häkeln fand ich sofort toll.“ Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an eine besondere Geschichte: „Ich habe mal ein Ballnetz gehäkelt, komplett, tipptop. Das hat super gehalten. Meine Lehrerin wollte mir aber nicht glauben, dass ich das selbst gemacht habe und hat das Werk einfach wieder aufgezogen. Erst meine Mutter konnte sie überzeugen, dass auch Jungs so etwas können.“

 

Mehr als eine „coole“ Masche

Handarbeiten wird auch heute noch in der Schule unterrichtet. Strick-Fans müssen aber oft mit einem Vorurteil leben: Das sei nur eine Modeerscheinung, die es gelangweilten Großstädtern erlaubt, sich abzuheben und „cool“ zu sein. Eitelkeit spielt dabei vielleicht eine Rolle. Zweifler sollten nach Ansicht von Novodomsky aber mal eine selber gestrickte Mütze in den Händen halten, um wirklich mitreden zu können. "Werkstolz". Durch die Entfremdung der Massenware kennen viele Menschen das Gefühl gar nicht mehr etwas selber gemacht zu haben.

 

Qualität als oberste Priorität

Einsatz, Wille und Engagement zeichneten ihn bei den Kickers aus. Die gleichen Tugenden sind bei wolle4you.de gefragt. Und dann gibt es für Novodomsky noch eine ganz wichtige Verbindung zwischen Fußball und Handarbeiten, vielleicht die wichtigste überhaupt. „Ohne Qualität geht gar nichts“, sagt er. Jeder hat schon mal gegen einen Ball getreten, aber ohne die nötigen fußballerischen Qualitäten schafft es keiner in die Bundesliga. Es gibt viele Wollläden, aber ohne gutes Angebot müssen viele schnell wieder schließen. „Wir achten in jeder Beziehung auf Qualität“, sagt Novodomsky, „das fängt bei den Garnen an, geht über eine kompetente Beratung und hört bei einem Insider-Tipp noch lange nicht auf.“

 

Ball am Fuß, Nadeln in der Hand   

Seine Hobbys betreibt Novodomsky immer noch sehr aktiv: Beim Fußball als Trainer, beim Häkeln mit Eigenkreationen. „Zwei Mützen pro Winter mache ich mindestens“, sagt er, „aber die verkaufe ich nicht. Die behalte ich selber.“